goldakupunktur

link - vier Jahre später

Hüftdysplasie und Goldakupunktur

Leider gibt es auch Themen, die von vielen Züchtern und Hundehaltern gerne verschwiegen werden.
Dazu gehört vor allem die Hüftdysplasie, die je nach Ausmaß, auch bereits jungen Hunden das Leben durch starke Schmerzen einschränkt.
Häufig ist die letzte Möglichkeit, dem Hund die Schmerzen zu nehmen, die Euthanasie.
Natürlich versucht jeder Hundehalter vor dieser letzten Möglichkeit dem Hund die Schmerzen auf andere Weise zu nehmen, oder aber wenigstens zu reduzieren.
Wir haben selbst einen Airedale-Rüden mit schwerer HD, und wollen hiermit jedem Hundebesitzer, der einen Hund mit schwerer HD hat, etwas Mut machen und zeigen, dass es auch anders geht.
Bei unserem Barry fing alles damit an, dass er sehr schnell sehr groß geworden ist (65 cm). Die ersten Probleme zeigten sich ca. mit einem Jahr - nach dem Fahrradfahren oder ausgeprägtem Spiel mit unserer Hündin hatte Barry abends plötzlich Schmerzen, vor allem beim Aufstehen. Mit 18 Monaten wurde Barry dann geröntgt und - wie sollte es anders sein - das Ergebnis lautete HD E1. Wir waren natürlich ziemlich schockiert, denn obwohl wir wussten, dass irgendetwas nicht in Ordnung war, verdrängten wir die Tatsache bis dahin.
Von da an beobachteten wir, dass Barry nicht nur abends Schmerzen hatte sondern, dass er schon beim normalen Gehen die Hüften verdrehte (kreuzende Hinterbeine). Er hatte einen richtigen Watschelgang, was uns bis dahin gar nicht aufgefallen war.


Also, was nun ? 

Zuerst wurde genauestens recherchiert, wie es zur HD kam, was konnte man tun etc. Die Hüftendoprothese kam für uns von vornherein nicht in Frage, da der Hund sehr lange immobilisiert werden muß. Dies wäre für uns wirklich die allerletzte Maßnahme. Also bevorzugten wir zunächst homöopathische Medikamente, wie Muschelextrakt usw.
Trotz alledem konnte man eine zunehmende Verschlechterung bemerken, Barry winselte immer häufiger nach größerer und auch schon nach geringerer Belastung.

Somit mußte etwas geschehen. Durch das Internet erfuhren wir von der Goldakupunktur. Was also genau ist die Goldakupunktur, und was bewirkt sie?
Bei der Goldakupunktur werden in jede Seite der Hüften mehrere kleine Goldstückchen in typische Akupunkturpunkte implantiert, wichtig dabei ist, dass die Goldstückchen nicht in das Gelenk gebracht werden, da der Hund sonst starke Schmerzen hat. Deshalb sollte die Goldakupunktur nur von in der Akupunktur erfahrenen Tierärzten durchgeführt werden. 
Die Goldstückchen bewirken einen deutlichen Schmerzrückgang. Die eigentliche Ursache für die Schmerzen, die HD, wird dadurch allerdings nicht beseitigt. Studien zeigen jedoch, dass sich das Arthrosebild nach der Goldakupunktur auch Jahre später nicht verschlechtert. Das heißt, je früher die GA durchgeführt wird, desto besser. Die GA ist relativ nebenwirkungsfrei und kostengünstig. Bis jetzt wurde schon sehr vielen Hunden mit dieser Methode geholfen.

Wir machten also einen Termin mit einem Tierarzt in Kamen aus (der schon seit vielen Jahren die Goldakupunktur betreibt und mehr als 2500 Hunde auf diese Weise behandelt hat), und dann war es endlich soweit.
Wir fuhren gegen Nachmittag dorthin, der Tierarzt untersuchte Barry zunächst, schaute sich die Röntgenbilder an und beobachtete Barrys Gang. Nach einem kurzen aber ausführlichen Gespräch über die GA und deren Erfolgschancen bekam unser Rüde eine leichte Schlafspritze, so dass er zwar die Maßnahmen tolerierte, auf einen starken Schmerz, wie er z.B. auftritt, wenn die Gelenkkapsel berührt wird (was nicht sein darf), würde er jedoch reagieren. So ist es also nicht möglich, dass die Goldstückchen direkt in das Gelenk gebracht werden.

Nach der Platzierung der Goldstückchen wurde ein Röntgenbild angefertigt, um den korrekten Sitz zu überprüfen. Dann bekam Barry eine zweite Spritze, die den Effekt der Schlafspritze wieder aufhob. Nach ca. 15 Minuten konnte Barry die Praxis wieder hocherhobenen Hauptes, auf seinen eigenen vier Beinen, verlassen.
Alles in allem hatte das Ganze nur ca. 1,5 Stunden gedauert. 
Am nächsten Tag schienen sich die Schmerzen bereits verbessert zu habe. In dem folgenden Tagen und Wochen bot sich uns ein völlig anderer Hund. Barry spielte ausgelassen mit unseren zwei Hündinnen und jagte über die Felder. Auch unsere Tierärztin, die den Verlauf sehr interessiert beobachtete, bestätigte uns, dass sich Barrys Gangbild deutlich verbessert hatte. Natürlich bleibt er ein kranker Hund, der sicherlich niemals die Ausdauerprüfung bestehen würde, aber insgesamt hat er zusehends an Lebensqualität gewonnen. Barry ist jetzt dreieinhalb Jahre alt, und zurzeit geht es ihm wirklich sehr gut. Es gibt natürlich Tage, an denen er wieder einmal zu viel gemacht hat (z.B. Hasen jagen etc. ;-) ), dann winselt er beim Aufstehen zwar noch, aber insgesamt ist er wieder fast ein ganz normaler Hund.
Seine Schmerzmittel haben wir seit der Akupunktur nicht mehr benutzt. Man muß natürlich wissen, was für ihn zu viel ist, wo seine Grenzen sind etc..



 

 

 

 

 

 

 

 

Also, wir hoffen, dass wir einigen Hundebesitzern etwas Mut gemacht haben, genaue Informationen über die Goldakupunktur findet man im Internet unter www.goldakupunktur.de .

Viele Grüße von Familie Haverland und Barry.